Der "kleine" Industrie Weltmeister                (Bild & Text noch "Entwurf")

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Industriedenkmal    "GATHERWEG 60"

 

Flüchtlingsunterbringung  "Gatherweg 60"

 

Das 175 Jährige Industrie KONTOR:

Auf den Spuren der legendären Eisen- und Stahlbarone

des 19. und 20. Jahrhunderts ist die Untere Denkmalbehörde

der Stadt Düsseldorf im Industriepark  "LIERENFELD" unterwegs.

 

(www.LierenEller.de seit 13. Dezember 2013)

 

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RP 18. August 2017 | 00.00 Uhr

 

Lierenfeld - Stadt gewinnt Klage wegen Flüchtlingsunterkunft

 

Die Stadt kann aufatmen: Hinsichtlich des Grundstückes am Gatherweg 60 in Lierenfeld teilt die Verwaltung mit, dass das Klageverfahren des Eigentümers der benachbarten Liegenschaft gegen die durch das Bauaufsichtsamt erteilte Baugenehmigung im Februar dieses Jahres durch das Oberverwaltungsgericht zugunsten der Stadt Düsseldorf entschieden wurde. Die Baugenehmigung könne somit nun in vollem Umfang ausgeschöpft werden.

 

Der Baubeginn ist inzwischen sogar schon erfolgt. Nach den derzeitigen Planungen werde eine Fertigstellung bis etwa Februar 2018 angestrebt. Seitens der Stadt sei dort auch weiterhin die Unterbringung von Flüchtlingen geplant.

 (RP-Auszug /gg)

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Industriedenkmal "GATHERWEG 60"

 

Am 28.10.2004 wurde das Objekt

in die Denkmalliste eingetragen.

 

 

 

 

Das Industriedenkmal "GATHERWEG 60" ist eines der nur noch wenigen erhaltenen Zeugen der einst bedeutenden Eisen- und Stahl-Industrie im Düsseldorfer Osten und damit für die Wirtschafts- und Technikgeschichte der Stadt von größerer Bedeutung.

 

Architekturgeschichtlich stellt er mit der modernen Eisenbetonbauweise, der großflächigen Durchfensterung und dem zurückgenommenen Ornamentapparat ein gutes und qualitätsvolles Beispiel der Reformarchitektur im Industriebau des ersten Jahrzehnts des zwanzigsten Jahrhunderts dar.

 

Städtebaulich hält die Anlage die Erinnerung wach an das industriegeprägte Erscheinungsbild der Düsseldorfer Stadtteile Oberbilk und Lierenfeld.

 

Der Entwurf des Architekten Otto van Els wurde von der Baufirma Baßler & Gormans aus der Birkenstraße überarbeitet, die auf Industriebau spezialisiert war.

 

 

 

 

 

 

Der zwölfachsige Pfeilerbau

weist großzügigste Verglasung

der Längsfronten auf.

 

 

 

 

 

Gestufte, backsteinverkleidete Pfeiler rahmen unterschiedlich hohe rechteckige Stahlsprossenfenster (die allermeisten erneuert, z.T. mit breiten Aluminium-Profilen). Ein Hauptgesims und zwei kaum wahrnehmbare Gesimsbänder markieren die Stockwerksebenen. Das Hauptgesims ist stufenförmig ausgebildet. Eine leicht geböschte Brüstungszone mit je drei Feldern befindet sich unterhalb der Erdgeschossfenster. Das Motiv wiederholt sich in senkrechter Ausführung oberhalb dieser Fenster.

 

Im Westen schließt ein zweigeschossiger, einfacher Anbau von neun Achsen Länge an, der aufgrund unsensibel ausgetauschter Fensteröffnungen nicht denkmalwert ist.

 

Das viergeschossige Fabrikgebäude steht nördlich des Gatherwegs. Rückwärtig schließen weitere Wirtschaftsgebäude und der Industriepark "LIERENFELD" an.

 

Gegenüber steht mehrgeschossige Wohnbebauung des Stadtteils Lierenfeld.

Mit der sehr beträchtlichen Beschäftigtenzahl war die Firma Stahlwerk Oeking AG am Gatherweg 60 ein für die Sozialstruktur des Düsseldorfer Ostens von hoher Bedeutung.

 

Die Nordfassade entspricht in ihrer Gliederung der Straßenfassade.

 

In der Mitte tritt das Treppenhaus in einem Risalit deutlich vor die Flucht. Rechts ist anschließend eine offene Aufzugskonstruktion angebaut. Links schließt am Erdgeschoss ein Anbau mit Sanitärräumen an. Er hat eine Linsengliederung, wie auch der Risalit und wird durch zwei Fenster belichtet. Drei Backsteinfelder gliedern die Wand oberhalb dieser Fenster.

 

Der Treppenhausrisalit endet in einem geknickten Giebel, der von niedrigen Maueraufsätzen oberhalb der Ecklisenen flankiert wird. Das vertikale Fenster des Risalits endet im Giebel mit einem Rundbogen. Die gestufte Laibung ist um den Bogen herumgeführt. Das Giebelfeld springt nach unten abgestuft leicht vor.

 

Die nördlichste Achse der Rückseite nimmt ein modernes Rolltor für eine Kranbahn auf. Die Öffnung ist zweigeschossig und hat einen Betonsturz.

 

Das Treppenhaus stellt eine Betonkonstruktion dar, die mit einem eisernen Geländer gesichert ist. Die Außentür ist modern, während die Innentür vom Treppenhaus in das Erdgeschoss noch aus der Bauzeit des Gebäudes stammt. Sie ist dreigeteilt mit Fensteröffnungen und Oberlicht. Im Untergeschoss ist die Antriebseinheit des alten Lastenaufzugs erhalten. Die Holzkonstruktion des Daches ist im Bereich des Mittelgiebels und südlich davon erhalten.

 

 

 

 

 

 

Bei dem Bauwerk

handelt es sich um ein Denkmal

gemäß § 2 Abs 1 DSchG NW.

 

 

 

 

 

Der Bau ist bedeutend für die Städte und Siedlungen sowie die Entwicklung

der Arbeits- und Produktionsverhältnisse.

 

Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, künstlerische und städtebauliche Gründe vor.

 

 

 

 

1890 gründeten Heinrich Oeking,

W.H. Grillo und Emil Kirdorf eine

Kommanditgesellschaft mit einem

Geschäftskapital von 0.25 Mio Mark.

 

 

 

 

 

1905 wird diese in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 2 Millionen Mark umgewandelt. Im Kriegsjahr 1918 erreicht der Betrieb als einer der 532 kriegswichtigen Betriebe der Stadt eine Belegschaftszahl von 1062 Beschäftigten.

 

Zum Vergleich:

Haniel & Lueg: 1176, Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie: 1892, Schiess: 1023. 1902 besteht der Baubestand der KG aus zwei langgestreckten Werkhallen nördlich des Gather Wegs im Winkel mit der Erkrather Straße, die Eisenbahnerschließung erfolgt von Norden. Das Umfeld wird von metallverarbeitenden Betrieben bestimmt: Hein. Lehmann, Eisenkonstruktionen und Maschinenfabrik, Trägerblechfabrik Hein. Lehmann, Fittingsfabrik Gebr. Inden, Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerk Lierenfeld.

 

Ab Mitte 1907 nun entsteht für das "Eisen- und Stahlwerk von Oeking & Cie (1902) eine Modellschreinerei, in der die für den Eisenguss notwendigen hölzernen Modelle hergestellt werden sollen